Diabetes mellitus – eine chronische, sehr häufige, gut behandelbare Erkrankung
Diabetes ist eine chronische und oft unumkehrbare Störung des Zuckerstoffwechsels: Der Körper kann Zucker aus dem Blut nicht mehr richtig in die Zellen aufnehmen. Dadurch steigt der Blutzucker an und kann auf Dauer Gefäße, Nerven und Organe schädigen. Es gibt verschiedene Formen von Diabetes (zum Beispiel Typ 1 , Typ 2 Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes), die sich in Ursache und Behandlung unterscheiden – gemeinsam ist ihnen, dass sie sehr ernst genommen werden sollten, aber heutzutage in aller Regel gut behandelbar sind.
In unserer Praxis betreuen wir Menschen mit allen Diabetesformen und bringen dabei besondere Erfahrung und unser Spezialwissen in der Behandlung des Typ 2 Diabetes, des Schwangerschaftsdiabetes, Blutzucker-Sensortechnik und in der Insulinpumpentherapie bei Typ 1 Diabetes ein.
Zudem behandeln wir das diabetische Fußsyndrom in enger und langjährig bewährter Kooperation mit ambulanten und stationär tätigen Fachabteilungen.
Häufig gestellte Fragen = Diabetes FAQ
Bei einem gesunden Stoffwechsel sorgt das Hormon Insulin dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird und dort als Energie zur Verfügung steht. Beim Diabetes funktioniert das nicht mehr richtig: Entweder bildet der Körper zu wenig oder gar kein Insulin oder die Zellen reagieren nicht mehr ausreichend darauf. Unbehandelt kann ein dauerhaft erhöhter Blutzucker zu z. T. erheblichen Schäden an Augen, Nieren, Nerven und Herz-Kreislauf-System führen – mit einer passenden Therapie lassen sich diese Risiken jedoch deutlich senken.
Viele Menschen merken zunächst wenig oder gar nichts; Diabetes wird häufig bei einer Routine-Blutuntersuchung entdeckt. Typische Anzeichen können aber sein: vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Leistungsknick, verschwommenes Sehen oder schlecht heilende Wunden. Wenn Sie solche Beschwerden haben oder aber mehrere Risikofaktoren (z. B. Übergewicht, Bluthochdruck, familiäre Belastung = Diabetes in der Blutsverwandtschaft), ist eine gezielte Abklärung des Blutzuckers sinnvoll.
Beim Typ 1 Diabetes zerstört das Immunsystem die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, der Körper kann dann kein Insulin mehr produzieren – Insulin muss von außen gegeben werden. Beim Typ 2 Diabetes ist Insulin zwar oft noch vorhanden, wirkt aber schlechter (Insulinresistenz); im Verlauf kann die Produktion zusätzlich nachlassen. Welche Form bei Ihnen vorliegt und welche Konsequenzen das für die Therapie hat, klären wir gemeinsam mit Ihnen. Wenn notwendig, besprechen wir dann gemeinsam eine maßgeschneiderte Therapie.
Diabetes ist selten das Ergebnis einer einzelnen „falschen Entscheidung“, sondern entsteht durch ein Zusammenspiel aus erblicher Veranlagung, Lebensumständen, anderen Erkrankungen, Medikamenten und unserem heutigen Lebensstil. Schuldzuweisungen helfen weder Körper noch Seele weiter und können wichtige Schritte sogar blockieren. In unserer Sprechstunde geht es deshalb nicht um Vorwürfe, sondern um realistische Lösungen – passend zu Ihrem Leben.
Die Behandlung besteht meist aus mehreren Bausteinen: einer alltagstauglichen Ernährung, mehr Bewegung im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, Wissen über die Erkrankung und – je nach Situation – Medikamenten bis hin zu Insulin. Moderne Therapien reichen von bewährten Tabletten bis zu neueren Wirkstoffen und technischen Hilfsmitteln wie Sensoren oder Pumpen. Gemeinsam mit Ihnen wählen wir die Bausteine aus, die medizinisch sinnvoll sind und zu Ihrem Alltag passen.
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über Ihre Krankengeschichte, Beschwerden, bisherigen Erfahrungen mit Diabetes und Ihre Ziele. Danach folgen – je nach Bedarf – körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen und ggf. technische Messungen, um Ihren Stoffwechsel und mögliche Begleiterkrankungen besser einzuordnen. Auf dieser Grundlage entwickeln wir zusammen einen individuellen Behandlungsplan mit klar vereinbarten nächsten Schritten. Bitte kalkulieren Sie also für den ersten Termin 2-3 Stunden.
Wie häufig Kontrollen sinnvoll sind, hängt von Diabetesform, Therapie und Stabilität der Werte ab. Bei neu diagnostiziertem oder schlecht eingestelltem Diabetes sind zunächst engere Abstände wichtig, später können die Intervalle größer werden. Ziel ist eine verlässliche, planbare Begleitung, bei der wir rechtzeitig reagieren können, wenn sich Lebensumstände, Blutwerte oder Therapieverträglichkeit ändern.
Ein diabetisches Fußsyndrom ist die häufigste Folgeerkrankung des Diabetes, bei der auf dem Boden von Nervenschäden und / oder Durchblutungsstörungen krankhafte Veränderungen an den Füßen entstehen, die zu schlecht heilenden Wunden und bedrohlichen Gewebeschäden führen können. Je früher Sie sich mit einer Wunde bei uns melden, umso effektiver können wir die richtigen Schritte einleiten. Es gilt in diesem Fall „besser zu früh als zu spät“.
Ein Schwangerschaftsdiabetes entsteht erstmals während der Schwangerschaft und betrifft in seinen Wirkungen sowohl die Mutter als auch das ungeborene Kind. Mit rechtzeitiger Diagnose, angepasster Ernährung, regelmäßigen Kontrollen und – falls nötig – vorübergehendem Insulin lässt sich das Risiko deutlich senken. In unserer Praxis betreuen wir Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes eng und stimmen uns mit den behandelnden Frauenärztinnen und Frauenärzten ab. Zudem nehmen wir (auch zur Selbstkontrolle!!) teil an der sog. GestDiab-Studie: Das ist das größte deutsche Register zur Erfassung und Analyse von Schwangerschaften, die von Diabetes mellitus begleitet werden. Ziel ist es, die Versorgungsstruktur von Schwangeren mit Gestationsdiabetes (GDM) oder manifestem Diabetes in Deutschland zu dokumentieren, zu analysieren und zu verbessern.
Insulinpumpen geben Insulin kontinuierlich über einen kleinen Katheter unter die Haut ab, statt mehrmals täglich mit dem Pen zu spritzen. Kontinuierliche Glukosemesssysteme (Sensoren/CGM) messen den Zucker im Gewebe fast in Echtzeit und zeigen Trends an. Solche Systeme können besonders bei Typ 1 Diabetes den Alltag erleichtern und Unterzuckerungen reduzieren; wir betreuen Patientinnen und Patienten mit Pumpen- und Sensortherapie und beraten, ob diese Technik für Sie geeignet ist.
Frage 11:
Wie arbeiten Sie mit meinem Hausarzt zusammen – und wie komme ich zu Ihnen?
Unsere Antwort >>Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin bleibt meist die zentrale Ansprechperson für Ihre allgemeine Versorgung, wir ergänzen dies mit unserer diabetologischen Spezialisierung. Wichtige Befunde und Therapieentscheidungen stimmen wir – mit Ihrem Einverständnis – ab, damit alle an einem Strang ziehen. Wenn Sie einen Termin in unserer Diabetes Sprechstunde wünschen, melden Sie sich gerne telefonisch oder über unser Kontaktformular; vorhandene Befunde und Ihre aktuelle Medikamentenliste sind notwendig, Sie von Beginn an gezielt zu beraten.
Fast alle Patienten benötigen eine Überweisung Ihres Hausarztes.
Ohne Überweisung wird uns die Behandlung beim Diabetologen nicht vergütet = wir werden alle nicht bezahlt: Da alle meine Angestellten (ohne Ausnahme) nicht für vergessene Überweisungen auf Lohn verzichten wollen, müssen wir leider jedes Quartal um eine Überweisung bitten (Ausnahmen von dieser Regel besprechen wir mit Ihnen individuell). Eine generelle Ausnahme stellen PrivatpatientInnen dar.
Um eine Überweisung zu erhalten, müssen Sie bei Ihrem Hausarzt ins das DMP = Disease Management Programm = Chroniker-Programm eingeschrieben sein. Am sichersten bringen Sie die Überweisung vom aktuellen Quartal als Papierausdruck mit DMP-Fallnummer mit. Bei Unklarheiten müssen wir Ihre Einschreibung bei Ihrer Krankenkasse überprüfen.
Ihr Weg zu uns
Wenn Sie sich für eine spezialisierte Einschätzung Ihrer Stoffwechselsituation und ggf. Behandlung interessieren, sprechen Sie mit Ihren Hausärzten, ob diese ebenfalls eine entsprechende Notwendigkeit sehen und bitten Sie diese um eine Überweisung zum Diabetologen. Meist ist das gar nicht notwendig - Ihre Hausärzte wissen selbst, wann sie/Sie Unterstützung benötigen. Bitte stellen Sie als Typ-2-Diabetiker Ihre Einschreibung in ein sogenanntes Diabetes-DMP-Programm sicher (falls Ihr Hausarzt daran teilnimmt).
Der einfache Kontakt zu uns!
Diabetologie am Schloss Brühl
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